Bahnstrecke Schwarze Pumpe–Knappenrode

normalspurige elektrische Förderbahn der Lausitzer Grubenbahn

Die Bahnstrecke Schwarze Pumpe–Knappenrode ist eine normalspurige elektrische Förderbahn der Lausitzer Grubenbahn. Sie berührt die heutigen Ortsbereiche von Schwarze Pumpe, Mulkwitz, Sprey und Boxberg. Sie entstand 1960 und ist mit 2400 V Gleichspannung elektrifiziert. Vor 1992 ging die Strecke weiter an Bärwalde, Lippen, Lohsa, Mortka zur Brikettfabrik Knappenrode. Heute dient die Strecke hauptsächlich als Verbindungsbahn zwischen dem Kraftwerk Boxberg, dem Tagebau Nochten und dem Industriepark Schwarze Pumpe.

Schwarze Pumpe–Knappenrode
Strecke der Bahnstrecke Schwarze Pumpe–Knappenrode
Streckenlänge:43 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:2400 V =
Höchstgeschwindigkeit:30 km/h
Strecke
von Werkbahn Gaskombinat Schwarze Pumpe
Abzweig geradeaus und ehemals von links
0,00 Schwarze Pumpe 115m
Abzweig geradeaus und nach rechts
0,8 Bahnstrecke Knappenrode–Sornoer Buden 115m
Kreuzung geradeaus oben
2,75 Lausitzer Grubenbahn[1]
Brücke über Wasserlauf
4,26 Kleine Spree 110,6m
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
4,35 Tagebau Burghammer 115m
Kreuzung geradeaus unten
5,21 Bahnstrecke Knappenrode–Sornoer Buden[2]
Brücke über Wasserlauf
6,04 Spree 109m
Kreuzung geradeaus oben
7,67 Bahnstrecke Spreewitz–Graustein[3] 124,2m
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
10,25 Anst Umspannwerk/Betonwerk (1600m)
Brücke über Wasserlauf
11,24 Struga 120,5m
ehemaliger Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
11,60 Betriebsbahnhof Mulkwitz[4] 121m
Abzweig geradeaus und nach links
11,61 zum Tagebau Nochten
Abzweig ehemals geradeaus und nach links
23,09 zum Kraftwerk Boxberg
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
24,93 Schwarzer Schöps[5]
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
26,62 Spree
Abzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)
28,80 Anschlussgleis Klärwerk (3500 m)
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
29,15 Betriebsbahnhof Bärwalde
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
30,8 Betriebsbahnhof Lippen
Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)
34,95 Tagebau Dreiweibern (1984–1989)
Abzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)
35,30 Anst. Umspannwerk (1100 m)
Kreuzung geradeaus unten (Strecke geradeaus außer Betrieb)
38,01 Bahnstrecke Węgliniec–Roßlau[6]
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
38,3 Betriebsbahnhof Lohsa
Abzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)
40,1 Anst. Wasserwerk Mortka
Kreuzung geradeaus oben (Strecken außer Betrieb)
40,48 Bahnstrecke Königswartha–Weißkollm[7]
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
43,00 Güterbahnhof der Grubenbahn Knappenrode
Strecke (außer Betrieb)
zur Brikettfabrik

Geschichte

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Entstehung

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Darstellung der Werkbahn Vattenfall auf der Karte der Bahnstrecke Spreewitz–Graustein

Ursprünglich waren die Kohlenbahnen im Lausitzer Braunkohlerevier in Schmalspur mit 900 mm Spurweite angelegt. So auch in Knappenrode, wo vor dem Zweiten Weltkrieg ein Werkbahnnetz bestand, das damals von der Brikettfabrik Knappenrode und dem Tagebau Knappenrode fast bis Lohsa führte.

Ende der 1950er Jahre wurden die meisten der damals bestehenden Strecken und Anschlussbahnen auf Normalspur umgebaut, so auch der Abschnitt von der Brikettfabrik Knappenrode zum Bahnhof Knappenrode der ehemaligen schmalspurigen Bahnlinie Bluno-Knappenrode.[8] Außerdem wurde in den 1960er Jahren die Errichtung des Kraftwerkes Boxberg begonnen. Zur stabilen Kohleversorgung wurden neben dem Tagebau Bärwalde und dem Tagebau Nochten weitere Abbaugebiete benötigt.[9] 1971 ging die Trasse Knappenrode–Boxberg zweigleisig in Betrieb. Auch der Anschluss des Gaskombinates Schwarze Pumpe zum Tagebau Nochten mit der Verbindungsbahn nach Boxberg wurde um die Zeit angelegt.

Der an der Strecke gelegene Tagebau Dreiweibern wurde 1981 angeschlossen, lediglich von 1984 bis 1989 war dieser in Betrieb. Die Streckenführung Mulkwitz–Boxberg hatte ursprünglich einen anderen Verlauf direkt an der K9281, heute führt sie am Rand des Tagebaues entlang.

Weiterführung nach 1990

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Nach dem Auskohlen vieler Förderstellen und Schließung vieler Strukturbetriebe wie der Brikettfabrik Knappenrode wurden mehrere Bahnstrecken überflüssig, darunter nach 1995 die Strecke Knappenrode–Boxberg. Der Anschluss zum Tagebau Bärwalde wurde abgetragen und ist heute Bestandteil des um den Bärwalder See führenden Fahrradweges. Als Stammstrecke dient seit den 1970er Jahren die Strecke von Schwarze Pumpe über Mulkwitz zum Tagebau Nochten und in ihrer heutigen Form auch die Strecke von Mulkwitz nach Boxberg. Die Strecken waren von Anfang an mit einer Oberleitung 2400 V Gleichspannung elektrifiziert. Die Zugförderung wird von der LEW EL 2 übernommen.

Literatur

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  • Reiner Kiesel: Der kleine Kohlering der Deutschen Reichsbahn im Lausitzer Kohlerevier, Oberlausitzer Verlag, 02794 Spitzkunnersdorf, ISBN 978-3-941908-41-3, Seite 68–70
  • Holger Neumann: Lausitzer Braunkohle. In: Ralph Lüderitz (Hrsg.): Werk- und Industriebahnen in Ostdeutschland, EK-Verlag Freiburg, ISBN 3-88255-580-7, Seite 44–57
  • Andreas Schild: Die Geschichte der Eisenbahn im Braunkohlenrevier der Lausitz, Selbstverlag Andreas Schild, Cottbus, 2010
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Einzelnachweise

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  1. Bilder der Überführung über eine Grubenbahnstrecke bei km 2,75 auf Sachsenschiene.de
  2. Bilder der Überführung der Bahnstrecke Knappenrode-Sornoer Buden bei km 5,21 auf Sachsenschiene.de
  3. Bilder der Unterführung der Bahnstrecke Spreewitz-Graunstein bei km 7,67 auf Sachsenschiene.de
  4. Bilder von dem Betriebsbahnhof Mulkwitz bei km 11,6 auf Sachsenschiene.de
  5. Bilder von der ehemaligen Bahnbrücke über den Schwarzen Schöps bei km 24,93 auf Sachsenschiene.de
  6. Bilder der ehemaligen Unterführung unter der Bahnstrecke Weglinec–Roßlau bei km 38,01 auf Sachsenschiene.de
  7. Bilder der ehemaligen Überführung über die Bahnstrecke Königswartha-Weißkolm bei km 40,48 auf Sachsenschiene.de
  8. Holger Neumann, Matthias Fiedler, Der Tagebau Meuro und die Kohlebahnen um Senftenberg 1960-2003, ISBN 978-3-933178-49-7, Seite 4
  9. Internetseite über die Werkbahn Kraftwerk Boxberg auf www.kuladig.de